Stifter der Tafel Heimatgeschichtlicher Verein Ilmenau

Einweihung 21.3.1995

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Heimatgeschichtlicher Verein
GoetheStadtMuseum
  

Rechts neben dem heutigen Standort des Amtshauses erhob sich im 14. Jahrhundert
die Ilmenauer Wasserburg. 1343 wurde Burg und Stadt von den Käfernburgern an die Henneberger Grafen verkauft.
In ihrem Besitz blieben sie mit Unterbrechungen, in denen sie verpfändet waren, bis zum Aussterben der Henneberger 1583.
1543 übergab Graf Wilhelm Ernst von Henneberg die Regierung an seinem Sohn Johann Ernst. Ilmenau bekam  sein Sohn Poppo zur Nutzung. 1574 verstarb Graf Poppo und seiner Frau Sophie wurde Ilmenau als Witwensitz zugesprochen, den sie  auch behielt, als das Hennerberger Land 1583 an Sachsen gefallen war.
Marktplatz mit Rathaus und Amtshaus 1783
 

Um 1600 war die Burg schon baufällig. Deshalb ließ sie 1616 zu ihrem Gebrauch, wahrscheinlich unter Verwendung von Steinen aus der Burg, den Vorgängerbau des Amtshauses errichten. 1619 zu Beginn des 30järigen Krieges gab
Gräfin Sophie von Henneberg das Haus weiter an den Amtsverweser Georg Silchmüller und verlegte ihren Wohnsitz nach Burgbreitungen. Wahrscheinlich behielt sie aber das Wohnrecht in Ilmenau. Nach ihrem Tod 1631 kaufte 1634 die sächsische Regierung das Haus  und machte daraus einen Amtssitz mit Wohnung für den Amtmann. Nach der Teilung des Henneberger Besitzes 1661 fällt das Amt Ilmenau an Sachsen-Weimar-Eisenach und verbleibt dort bis 1918. Danach war das Amtshaus im Besitz des Landes Thüringen. Seit dem 1.1.2002 gehört es der Stadt Ilmenau.
 

 
       

Beim Stadtbrand 1752 wurde das Amtshaus bis auf die Grundmauern zerstört. In den Jahren 1753 bis 1756 erfolgte der Wiederaufbau nach Plänen des Thüringer Barockbaumeisters
G. H. Krohne in seiner heutigen Form. Es war weiterhin der Amtssitz in Ilmenau, aber da das gerade erst fertiggestellte Schloss beim Brand völlig vernichtet wurde und an einen Neubau nicht zu denken war, wurden im Obergeschoss des Amtshauses repräsentative Räume als Unterkunft für die herzogliche Familie errichtet. Deshalb wird das Amtshaus auch als Ilmenauer Schloss bezeichnet. In diesen Räumen nahm Goethe bei seinen Ilmenauer Aufenthalten in Amtsgeschäften öfter Quartier.

 Im Dreiecksgiebel des Amtshauses sieht man das Henneberger Vollwappen mit der Jahreszahl 1616. Es erinnert an die einstigen Herren Ilmenaus und die Bauherrin. Über dem Eingang weist ein Wappenschild mit dem Monogram des Herzogs Ernst August Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach auf den Bauherrn des Wiederaufbaus hin.       

Bild 2011

 Ab 1910 gab es in Ilmenau ein Museum zur Stadtgeschichte, es befand sich zuerst im Rathaus. 1920 erhielt es Depoträume im Amtshaus. Der endgültige Umzug dorthin vollzog sich 1931. Das Museum befand sich in drei Räumen des Erdgeschoss und hatte schon ein Goethezimmer. 1949 wurde es dann in einem Teil des Obergeschosses untergebracht.  Ab 1956 hatte das Museum einen separaten Eingang über den Treppenturm im Hof.  Die Nationalen Forschung und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar richteten 1967 eine Goethegedenkstätte im Museum ein. Für lange Zeit 1952-2001 befand sich im Haus außerdem das Kreis- und später das Amtsgericht. 

   Das Amtshaus wurde 2008 komplett saniert und  ist nun wieder das Schmuckstück Ilmenaus. Das Museum wurde erweitert und befasst sich nun mit Goethe und der Stadtgeschichte gleichermaßen. Das soll auch der neue Name ausdrücken GoetheStadtMuseum. Es befindet sich in den Repräsentationsräumen
des 1. Obergeschosses in denen Fußböden und Stuckdecken noch im Original vorhanden sind. Im Untergeschoss hat die Ilmenau-Information einen angemessenen Platz gefunden.

  

Hof des Amtshauses mit achteckigen Treppenturm
(erbaut im 19.Jarhundert, über der Tür befindet sich der alte Wappenstein des Mühltores) 

 

verwendete und empfohlene Literatur 

Bleisch
Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit
1910

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt
1998

Artikel in der
Henne Nr.101 vom 31.3.1995

 

Der Hennebrunnen um 1870
(gebaut wahrscheinlich 1732, einzigster Brunnen der beim Stadtbrand 1752 nicht zerstört wurde, dahinter das Amtshaus, rechts das Hotel "Zur Sonne")

Hennebrunnen heute
(die Mauer mit dem  Geländer wurde 1906 errichtet)

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