Stifter der Tafel
Karl Merten und Walter Triebel

Einweihung 27.9.2005

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Martin Hübscher, Silke Leisner,
Reinhard Döring

In Ilmenau und Umgebung hat die Glasinstrumentenproduktion eine lange Tradition
(die Thermometerherstellung in Stützerbach ist z.B. seit 1830 dokumentiert). Die "Physikalisch Technische Reichsanstalt" (PTR) in Berlin regte deshalb an, in Ilmenau eine Prüfanstalt zu errichten. Hier sollten Glasinstrumente, wie Thermometer, Aräometer, Volumenmessgeräte u.s.w. geeicht werden.
Albrecht Böttcher, wissenschaftlicher Mitarbeiter des PTR, wurde mit der Realisierung beauftragt und ab 1889 wurde er Direktor der Prüfanstalt. Ebenfalls regte das PTR die Bildung einer Lehrwerkstatt und einer Fachschule für Glasinstrumentenbau an. Die Ausbildung musste sich den immer größeren Anforderungen, die der wissenschaftlichen Fortschritt stellte, anpassen.
Albrecht Böttcher arbeitete Lehrpläne aus, und wurde dann mit der Gründung und Leitung der Lehranstalt beauftragt. 1890 begann eine, der Prüfanstalt angegliederte, Fachschulabteilung ihre Arbeit. Sieben Schüler lernten 1894 an der Lehranstalt, dieser Zeitpunkt gilt als Gründungsjahr der Ilmenauer Glasfachschule. Später wurde die Ausbildung auf Feinmechanik erweitert. 1898 zog die Schule in das neugebaute Eichamt in der Unterpörlitzer Straße um, als  "Großherzogliche Fachschule und Lehrwerkstatt für Glasinstrumentenmacher und Feinmechaniker". Sie war ein Bestandteil der "Großherzoglich-Sächsischen Präzisionstechnische Anstalten."

1913 bis 1915 wurde für die Glasfachschule ein neues Haus gebaut (Bilder 1915 und 2010). Die Ausbildung an der
Ilmenauer Fachschule war einzigartig in der Welt und wurde in folgenden Jahren oft kopiert.  Großen Anteil am Erfolg
hatte Geheimrat, Regierungsrat, Professor A. Böttcher, der 28 Jahre die Schule und das Eichamt führte. 1938 wurde der Lehrbetrieb aus der Prüfstelle ausgegliedert und unter der Bezeichnung "Thüringische Lehr- und Versuchsanstalt für Glasinstrumententechnik und Feinmechanik (Berufsfachschule und Fachschule)" in enger Zusammenarbeit mit
der ansässigen Glasindustrie bis 1946 weitergeführt.
 

1952 Neugründung auf Grundlage der technischen Einrichtungen der alten  Glasfachschule.  Im Jahre 1958 verlieh man ihr den Titel Ingenieurschule, sie soll nun Fachkräfte für die moderne, industrielle Glasproduktion ausbilden. Die Selbständigkeit der Glasfachschule wurde 1993 aufgegeben, sie wurde Bestandteil des "Staatlichen Berufschulzentrums Ilmenau" mit Sitz auf dem Ehrenberg.  Hier werden weiterhin landesübergreifend Glasapparatebauer und Glasmacher ausgebildet. Das Gebäude war nun ungenutzt, wurde saniert und das Amtsgericht zog aus den Amtshaus in die ehemalige Glasfachschule um. 

 

  

verwendete und empfohlene Literatur

 

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt 1998

Artikel
Thüringer Allgemeine
vom 28.9.2005

   

 

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