Stifter der Tafel Familie Ortloff

Einweihung 10.8.2006 

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Claudia Fiala, Silke Leisner,
Reinhard Döring

P. Bleisch ("Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit") bezeichnet den Carl-August-Schacht als einen der letzten und leider auch erfolglosen Versuche, den Bergbau in Ilmenau wiederzubeleben. Mehrfach war es durch Grundwassereinbruch zur Aufgabe der Schächte gekommen. Bergrat Voigt schlug einen Stollen zur Wasserableitung vor, der bis nach Plaue führen sollte. Das erschien der neuen Gesellschaft, welche 1854 die Schürfrechte erworben hatte, zu teuer, man setzte auf einen Tiefenschacht. Dazu schreibt Bleisch: "Der Haupttiefbauschacht wurde westlich des "Neu Hoffnung Schachtes" im Mittelfelde (jetzt noch in der Porzellanfabrik "Gebr. Metzler & Ortloff" befindlich!) abgeteuft, mit "Karl August" bezeichnet und bis Ende Januar 1859, mithin in 1 Jahr 7 Monaten, oder nach Abzug von 5 Monaten für Zuführung und Ausmauerung, in 1 Jahr 2 Monaten bei 52 Lachter
(104 Meter) Tiefe bis auf das Flöz niedergebracht.
(Die mächtige Esse der Dampfmaschine zu diesem Schachte wird vielen älteren Einwohnern von Ilmenau noch bekannt sein. Auch auf alten Bildern von Ilmenau aus den Jahren 1850 - 1860 ist sie zu sehen. Sie wurde wohl 1872 abgetragen.) Doch zeigt sich der Gehalt des Schiefers und der Sanderze an Metall so gering, daß die Aktionäre keine weiteren Einzahlungen machten und die Aktiengesellschaft sich im Jahre 1860 auflöste."

Bild um 1860

1863 wurde das Gelände des Schachtes mit Gebäuden von dem Ilmenauer Kaufmann Adolf Höhn gekauft, der hier mit den Gebrüdern Metzler (Rudolf Metzler Kaufmann, Robert Metzler Modelleur) eine Porzellanfabrik gründete. 1875 steigt er als Teilhaber aus und Hugo Ortloff, erfahren in der Branche, übernimmt seine Anteile. Von 1875 bis zur Firmenaufgabe 1975 (Verstaatlichung 1959 und  Schließung nach Inbetriebnahme des Neuen Porzellanwerkes Ilmenau)
trägt die Firma den Namen "Gebr. Metzler & Ortloff". Sie stellt Geschirr, Nippes und auch Teile für Puppen her. Sie war die zweitgrößte Porzellanfabrik in Ilmenau. Ihre Erzeugnisse sind in Sammlerkreisen immer noch beliebt.

 

Malakofftürme

wurden in den Jahren 1850-1870 im Bergbau errichtet. Sie haben eine festungsähnliche, monumentale Architektur. Ihren Namen bekamen sie von Fort Malakow bei Sewastopol, welches im Krimkrieg 1853 - 1856 von französischen Truppen belagert wurde. Der Name wurde zuerst umgangssprachlich, ab 1928 auch in der Fachliteratur, verwandt. Diese charakteristische Bauform aus massivem, bis zu 3m dickem Mauerwerk und versteifter Konstruktion im Innern ermöglichte es, schwere Lasten zu halten und die enormen Zugkräfte der Fördermaschinen abzufangen.

 

verwendete und empfohlene Literatur

J. C. W. Voigt
Geschichte des Ilmenauer Bergbaus 1821

P. Bleisch
Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit
1910

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt 1998

Artikel im Freiem Wort
vom 11.8.2006

 

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