Stifter der Tafel Sparkasse Arnstadt- Ilmenau

Einweihung 15.8.1995

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Heimatgeschichtlicher Verein und GoetheStadtMuseum
  

  

1675 kam es zur Gründung der ersten Ilmenauer Glashütte durch
Herzog Johann Ernst zu Sachsen Weimar. Aus diesem Grunde ließ man den Glasmacher Elias Wenzel nach Ilmenau  kommen. Er war der Bruder von Franz Wenzel, welcher 1691 in Allzunah die Franzenhütte gründete. Die Glashütte hatte keinen Erfolg, aber die Familie Wenzel war von nun an nicht ohne Bedeutung für Ilmenau. Der Sohn von Franz Wenzel, Johann Heinrich Gottlieb Wenzel, wurde 1741 nach Ilmenau berufen, um die zweite Ilmenauer Glashütte, zu verwalten und zu sanieren. Sie wurde 1731 gegründet.
Herzog Ernst August zu Sachsen Weimar hatte deren Betrieb immer wieder eingestellt, weil die Kosten den Erlös bei weiten überschritten. Wenzel machte Verbesserungsvorschläge, die aber nicht zur Wirkung kamen. Dafür wird ihm die Hütte zur Pacht angeboten. Das lehnt er ab. 1747 wird die Glashütte endgültig geschlossen. 1755 hat J. H. G. Wenzel angeboten die Hütte zu übernehmen, wenn er günstig mit Holz beliefert würde, doch dem wird nicht stattgegeben und so verfiel die zweite Ilmenauer Glashütte.
Johann Heinrich Gottlieb Wenzel blieb bis zu seinem Tod in Ilmenau als Bürgermeister und Postmeister.

 

Aufnahme vor 1888
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Bernd Frankenberger

 

Im Wenzelschen Haus befand sich das kursächsische Postamt. Es bestand von 1708 bis 1818. Postmeister war bis 1766
der oben genannte Johann Heinrich Gottlieb Wenzel. Danach übernahm sein Sohn Christian Friedrich Wenzel und darauf
Johann Theodor Ernst August Friedrich Wenzel das Amt. Als dieser 1796 starb war bis 1818 Hofrat Hager Postmeister. 

Schon im 15 Jahrhundert machte die Nürnberger Botenpost Station in Ilmenau. 1610 verkehrte einmal in der Woche
ein Bote zwischen Ilmenau und Erfurt, von dort hatte man Anschluss an den Thurn-und-Taxisschen Postkurs von
Frankfurt am Main nach Leipzig. Die kursächsische Post bediente ab 1712 zweimal wöchentlich die Strecke von Leipzig
nach Schleusingen über Ilmenau. Von 1749 bis 1779 fuhr die Kursächsische Fahrpost noch auf der Strecke von
Langensalza über Ilmenau nach Coburg.

Im "Sächsischen Hof" (Eckhaus Schwanitzstraße - Straße des Friedens) hatte das Thurn-und-Taxissche Postamt
seinen Sitz, wahrscheinlich seit 1707. Später befand es sich im "Löwen" und dann in der damaligen Poststraße,
heute Straße des Friedens. 1867 ging das Thurn-und-Taxissche Postwesen an Preußen. Das neue Postgebäude
in der Poststraße, welches heute schon wieder das Alte ist, wurde 1887 bezogen.

 

    

  

Das Wenzelsche Haus wurde 1992 im alten Stil renoviert. 

Hinter dem Haus hat man versucht den Wenzelschen Garten  sein Aussehen zur Goethezeit zurückzugeben.

   

    

   

Bild 2010

 

  

 

Karl Ludwig von Knebel geboren 1744 in Franken, studierte in Halle widerwillig die Rechte.
Er brach das Studium ab und trat in Potsdam in das Regiment des Prinzen von Preußen ein,
das er als Offizier verließ. 

1774 nahm er in Weimar die Stelle des Hofmeisters und Erziehers des Prinzen Konstantin, jüngerer Bruder des zukünftigen Herzogs Karl August, an. Auf einer Bildungsreise mit beiden Prinzen nach Paris vermittelte Knebel, bei einem Aufenthalt in Frankfurt, die Bekanntschaft Karl Augusts mit dem jungen Goethe. 1779 schied Knebel aus dem Dienst aus. Er lebte in enger Verbindung zum Kreis um die Herzogin Anna Amalia. Eine feste Freundschaft verband ihn mit Goethe und Herder. 

1798 heiratete er und zog  nach Ilmenau, welches er schon von vorherigen Besuchen
kannte. Er lebte von 1800 bis 1804 im Wenzelschen Haus. 1805 verlegte er seinen
Wohnsitz von Ilmenau nach Jena, wo er 1834 starb. Knebel arbeitet an Übersetzungen
und schrieb auch Gedichte. Aus seinem Nachlass und Briefwechsel erfuhr man viel
über die Verhältnisse am Weimarer Hof zur Goethezeit.

 

 
verwendete und empfohlene Literatur 

Bleisch
Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit
1910

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt
1998

Artikel in der
Henne Nr.107 vom 22.9.1995

 

 
 

 

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